goethegym.net

Vertretungsplan
Stundenplan
Monatsplan
Jahresplan
mehr...

Jeder kann ein Held sein

„Bye Bye Plastic Bags lautet die ins Leben gerufene Initiative der Teenager-Schwestern Melati (15) und Isabel (13) Wijsen, die jüngst mit dem BAMBI ausgezeichnet wurden. Mit dieser Kampagne motivieren die Jugendlichen Menschen in der ganzen Welt dazu „Bye,bye“ zu Plastiktüten & Co zu sagen. Begonnen haben sie erfolgreich auf ihrer Heimatinsel: Bali.“(1)

Inspiriert von diesen 2 Schülerinnen, die auch betonten, dass gerade Kinder etwas bewegen können, hat die Klasse 6a einfach begonnen. Zunächst war das Ziel völlig unklar, es gab keinen Plan. Lediglich eine Idee: Wir wollen etwas für den Umweltschutz tun-hier in Weimar vor Ort. Zunächst wurde der eigene Müll im Klassenraum unter die Lupe genommen. Schnell fiel auf, dass keine Mülltrennung stattfand. Der erste Schritt war also, dass insbesondere das Papier vom restlichen Müll getrennt werden soll. Dazu wurden einfache Boxen in jeden Klassenraum eingerichtet. Außerdem machten sie sich am 21.11.18 zum ersten Mal ausgestattet mit Handschuhen und Müllbeutel auf den Weg, um rund das Schulgebäude am Herderplatz Müll einzusammeln. Dabei zeigten sich insbesondere zwei Probleme, die die Innenstadt von Weimar hat: Zigaretten und Kaugummis. Daraufhin beschlossen wir gemeinsam nach einer Lösung für das gravierende Kaugummiproblem zu suchen und selbst aktiv zu werden. So sammelte die Klasse am 28.11.18 in nur 20 Minuten 400g Kaugummis! Des Weiteren entwickelten die Schüler verschiedene Mülltonnendesigns, die Aufmerksam erregen und zur sachgerechten Entsorgung führen sollen. Anderseits wurde der Deutschunterricht genutzt und Briefe an verschiedene Ansprechpartner für Umweltschutz in Weimar wurden verfasst und versendet. Die Ideen reichten von:

-Einrichten spezieller Kaugummimülleimer, insbesondere an Brennpunkten (Busbahnhof, Bahnhof, Goetheplatz)
-gemeinsame Aufräumaktion mit Bürgern
-Schilder, die auf das Problem aufmerksam machen
-Leute sammeln Kaugummis und bringen sie gegen Geld an die Stadtverwaltung (ähnlich wie Altpapier)
-Statue errichten aus eingesammelten Kaugummis z.B. am Goetheplatz, um zu verdeutlichen, dass Weimar ein Problem hat
-Bußgelder erhöhen für das rücksichtslose Ausspucken von Kaugummis
-Verpackungen mit Bildern entwerfen, die ähnlich aufgebaut sind wie Zigarettenverpackungen und abschreckend wirken

Auch wurde direkt die Firma Wrigley angeschrieben und aufgezeigt, dass man durch nicht klebende Kaugummis viel zum Umweltschutz beitragen könnte. Die Schülerinnen bedanken sich herzlich bei all denjenigen, die sie wahrgenommen und auf die Briefe eine Antwort geschrieben haben. Jeder kann etwas tun, nicht morgen, sondern schon heute. Denn Kaugummis sind eine große Belastung für die Umwelt und vor allem für die Kassen der Kommunen. Laut verschiedenen Angaben dauert das Entfernen vom Asphalt pro Stück rund zwei Minuten und kostet etwas über einen Euro. In den Innenstädten kleben etwa 35 ausgespuckte Kaugummis auf jedem Quadratmeter. In Härtefällen sogar 80. Angeblich belaufen sich die Kosten für das Entfernen in Deutschland pro Jahr hochgerechnet auf 900 Millionen Euro (2).

(1) https://www.horizonworld.de/bambi-auszeichnung-kinder-weltweit-aktiv-gegen-plastikmuell/ 18.3.18
(2) Vgl. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kaugummis-900-millionen-euro-im-jahr-fuers-wegkratzen-1783180.html

Doreen Siebelist