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Das ist Kunst!

Im Fach Kunst stand zu Beginn der 9. Klasse das Thema Design für uns an. Wir, die Klasse 9b, von der ein großer Teil schon kreativ in der Schülerfirma „KunstwerkbyGG“ aktiv ist, wurden von Kunstlehrerin und Leiterin der Schülerfirma Frau Bunge vor eine Herausforderung gestellt: „Ein anonymer Auftraggeber“ hat uns angeheuert, um für ihn ein Produkt zu entwerfen, auf dem ein vorgegebenes, von ihm gemachtes Foto, originalgetreu abgebildet sein soll. Dazu wurde die Klasse in Teams von je zwei Personen eingeteilt, wobei jedes Team sein eigenes Foto erhielt. Die Motive reichten von einem fotografierenden Jungen, über verschiedene Tiere bis hin zu Landschaftsfotos in den schönsten Farben.

So begannen wir am 11. September 2018, die ersten Ideen für unser Produkt zu entwickeln. Einige zeichneten auch schon den ersten Bleistiftentwurf. Eine Woche später, am 18. September, fuhr die Klasse, unter Betreuung von Frau Bunge und Klassenlehrerin Frau Thiele, mit dem Zug nach Leipzig. Dort durften wir im Zeitgeschichtlichen Forum eine Führung durch eine Ausstellung über Design in der DDR erleben, bei der wir viel Neues zum Design und dem Verarbeitungsprozess eines Produkts erfahren konnten. Außerdem war der Besuch dort sehr inspirierend und bot viele Ideen für die, die noch keine genaue Vorstellung davon hatten, welches Produkt sie herstellen wollen. Nach der Führung hatten wir noch ganze 3 Stunden Zeit, in der wir uns in kleinen Gruppen frei in Leipzig bewegen durften, um zum Beispiel in verschiedensten Läden nach Beispielen und Wegen zu suchen, wie man seine Entwürfe praktisch in die Tat umsetzen kann, aber auch, um an einem der vielen Stände und Restaurants etwas zu essen und um einfach Spaß zu haben.

Am 25. September entstanden dann die Entwürfe in Farbe und die Ideen konkretisierten sich. Auch die letzten Bleistift-Skizzen wurden zur Überprüfung dem “Auftraggeber” abgegeben. Die Ideen waren sehr vielfältig: Es entstanden Entwürfe für Kleider, Möbel, Taschen und vieles mehr.

Nach zwei Wochen Herbstferien, ging es mit neuer Energie an die Produktion. Zwei Doppelstunden verbrachten wir mit Hämmern, Kleben und Malen, wobei bei manchen Entwicklerteams erste Probleme auftraten. Mal merkte man, dass man aus dem gewählten Material nicht das gewünschte Ergebnis erzielen kann, mal reichte dieses nicht aus. Teilweise musste erst einmal der Unterschied zwischen einem Nagel und einer Schraube festgestellt werden. Es gab es auch Teams, die alles so genau geplant hatten, dass sie kaum Freizeit aufwenden mussten, um ihr Produkt fertigzustellen. Dadurch variierte die Arbeitszeit zwischen den besagten zwei Doppelstunden bis hin zu 14 Stunden zusätzlicher Arbeit zu Hause.

Am Dienstag, dem 30. Oktober war es dann soweit. Alle entstandenen Produkte wurden im Klassenraum präsentiert. Das Publikum bestand aus Schulleiterin Frau Ehspanner, stellvertretendem Schulleiter Herr Junold, sowie einem Fototeam, das all die ausnahmslos hervorragenden Ergebnisse auf Bildern festhielt.

Manchmal wurde ein schon bekannter Gegenstand komplett neu interpretiert, wie zum Beispiel eine Tragetasche mit Handyhalterung, welche früher einmal die Tasche einer Hose war, die als Stoff verwendet wurde. In der Tasche war das vorgegebene Bild eines fotografierenden Jungen originalgetreu eingearbeitet. Manchmal wurde etwas ganz neues erfunden, wie zum Beispiel der Teebeutel-Entnahme-Kasten (kurz: TEK), der einerseits wie ein gewöhnlicher Teebeutelspender funktionierte, aber außerdem in einem anderen Fach mit Nespresso-Kapseln gefüllt werden konnte. Natürlich legten wir auch Preise fest, die wir für unsere mühsame und teilweise kostenaufwendige Arbeit zu verdienen glaubten. Am preiswertesten war dabei ein Macaronkissen für 12€, bei dem die Kosten bei etwa 5-6€ lagen, am teuersten eine aus einem Lenkrad und einer Glühbirne zusammengebaute Lampe für 129€, für deren Produktion 22€ ausgegeben wurden.

Nun stellt sich am Ende immer die Frage: “Ist das Kunst, oder...”. Diese Frage zu beantworten ist in diesem Fall nicht allzu schwer: Das ist Kunst! All die Anstrengung und der teilweise sehr hohe Kostenaufwand haben sich ausgezahlt und in tollen Produkten wiedergespiegelt. Und wer weiß: Vielleicht lässt sich das ein oder andere davon auch noch praktisch im Haushalt verwenden oder für einen guten Preis verkaufen.

Leonid Hochberg, Klasse 9b