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Mit dem Klapprad durch die Welt

Am Mittwoch, den 12.September 2018, war genau dies für 90 Minuten das Thema für die Schüler der Klasse 10c, Frau Korinth und Herrn Renius. Dieser ist 46 Jahre jung und seit seinem 33. Lebensjahr sozusagen schon auf mehreren Weltreisen gewesen. Eigentlich ist er Tontechniker, doch er ist selbstständig und kann sich dadurch auch für längere Zeit eine Reise erlauben. Als Rettungssanitäter, sein anderes berufliches Feld, betreute er einen Erste-Hilfe-Kurs der Lehrer unseres Gymnasiums und bot eine Veranstaltung mit Schülern über seine Erfahrungen in fernen Ländern mit Menschen, Kultur und Natur an. Der Termin für eine Diskussionsrunde stand sehr schnell und schließlich hatten wir Schüler das Vergnügen, Abenteuer aus erster Hand zu hören.

Herr Renius war 14 Monate mit dem Klapprad in Afrika, seine bisher längste Tour. Geplant war diese lange Zeit nicht, doch er blieb in Ruanda in einem Projekt hängen und arbeitete dort dann ehrenamtlich in einem kleinen Dorf. Er kümmerte sich anfangs nur um die Tontechnik in einer großen Halle mitten im Dorf, welche ungenutzt und heruntergekommen war. Schließlich fand er Gefallen an seiner Arbeit und entwickelte gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern, einer Schulleiterin und einigen Einheimischen ein Konzept zur Nutzung dieser Halle. Leider gab es für diese Geschichte kein Happy End, doch trotzdem konnte Herr Renius wertvolle Erfahrungen sammeln.

Er erklärte uns, wie wenig man eigentlich braucht, um gut zu leben und das ließ uns erahnen, wie viele überflüssige Dinge jeder Mensch kauft und besitzt. Jede seiner Reisen plante er mit Minimalinformationen, das bedeutet, dass er sich vorher nur über das Wichtigste informierte. Ausgeschlossen sind Dinge wie Reiseführer wälzen, um die schönsten Plätze und Sehenswürdigkeiten im jeweiligen Land zu sehen, denn das wollte er selbst herausfinden. Außerdem interessiert sich Herr Renius viel mehr für die Dörfer, das Leben der Einheimischen und die Natur, als für große Metropolen, Kirchen und Tempel.

Er reiste immer mit dem Klapprad und zwei Seitentaschen, in einer war all das, was er zum Überleben brauchte, die andere war leer. Praktisch, wenn er zum Beispiel durch Wüsten fuhr und viel Wasser brauchte, welches er dann in der leeren Tasche verstauen konnte. Meistens übernachtete er in Hostels oder einfachen Hotels, sehr häufig auch im Freien und bei Bewohnern des Landes. Manche Schüler fanden die Vorstellung, so lange allein in einem fremden Land zu sein, weniger schön, doch seine Erzählungen haben in vielen Abenteuerlust ausgelöst. Die Gesprächsrunde insgesamt war sehr offen, alle waren fasziniert und folgten gespannt seinen Geschichten. Herr Renius gab uns Tipps, teilte gute und schlechte Erfahrungen mit uns und ließ uns an einem großen und wichtigen Teil seines Lebens teilhaben. Es wurden viele Fragen gestellt, gelacht, gestaunt und viele Schüler zeigten großes Interesse für ehrenamtliche Arbeit und das Arbeiten im Ausland. Auch für die Frage, was bei der Auswahl von solchen Einsatzstellen zu beachten ist, konnte er wertvolle Hinweise geben. Am Ende bedankte sich Lena Hartung im Namen aller Schüler noch einmal bei Herrn Renius.

von Anna-Elena Kluge, Klasse 10c